Ranch Horse Turnier Eiken 2015

Der Start in Eiken war für mich nicht ganz einfach. Nachdem am Freitag die Abschiedszeremonie für mein Papi statt gefunden hat, war es für mich schwer abzuschätzen, ob mir die Ablenkung gut tut oder das Turnier eher zur Belastung wird.

Wie immer haben wir überall etwas Verbesserungspotenzial, an welchem wir Step-by-Step und ohne grossen Druck weiter arbeiten wollen. Aber ich darf durchwegs zufrieden sein, dass Gin mit seinen 5 Jahren immer schön mitarbeitet.

Auch wenn für mich das Ergebnis vollkommen sekundär ist und ich mich noch nicht wirklich mit vollem Herzen über das Ergebnis freuen kann, möchte ich die tolle Leistung von Gin gerne würdigen. Gestartet sind in der Ranch Hand Klasse insgesamt 11 Reiterpaare. Dies ist unser zweites Ranch Horse Turnier. Das erste Mal, dass wir bei den Ranch Hand’s starten und respektive an einem Turnier, wo Rinderdisziplinen mit dabei sind.

– Ranch Trail: 1. Platz mit einem Score von 73 Punkten
Gin ist in einem ruhigen Tempo den Hang hinunter gerutscht und auch den Engpass hat er problemlos gemeistert. Leider ist er mir dann falsch angaloppiert, was er in letzter Zeit gerne macht. Sicher ein Punkt, der wieder besser werden darf. Ob er aufgrund des Wachstum vermehrt Schwierigkeiten hat oder er einfach aufgrund seiner Bequemlichkeit und meiner viel zu lieben Art, nicht immer konsequent zu korrigieren, dies ausnützt, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls habe ich den Galopp nicht korrigiert, aber dafür geschaut, dass wir diesen bis vor die Holzstangen durchgezogen haben, welche er dann sehr aufmerksam im Schritt überquerte. Im Galopp ging es weiter zum Teich, wo wir gleich zweimal einen Raben verscheuchen mussten. Gin ging eher etwas zögerlich in Teich hinein, folgte aber brav meiner Aufforderung rein zu gehen und durchquerte das Wasser dann ganz flüssig. Die Brücke und das Tor waren ein Kinderspiel. Mit dem schwarzen Sack und den klapprigen Pet-Flaschen hatte er schon etwas mehr Mühe und wollte davor weichen, aber er gehorchte meinem Schenkel, so dass wir den Sack doch noch in die blaue Tonne versorgen konnten. Vor der Kuh blieb er wirklich sehr schnell und mit gespitzten Ohren stehen, da die Kuh ihm wohl etwas gespenstig erschien, stand aber während des Ropen gelassen da. Den Holzpflock zogen wir souverän durch die Pylonen. Der Briefkasten war im Nu geleert und den Hang konnten wir auch im Schritt hoch reiten. Die meisten Teilnehmer haben die Übergänge nicht sauber geritten und immer wieder Schrittphasen eingebaut. Dies wird als nicht gefragtes Manöver beurteilt und gibt entsprechend Abzugspunkte. Wir hingegen haben als einziges Paar wirklich immer versucht, die Gangart bis zum Hindernis zu reiten, wo wir gegenüber den anderen Kandidaten ein paar zusätzliche Reservepunkte holen konnten. Wir erreichten einen Score von 73. Sprich wir hatten ganze 3 Pluspunkte dabei, wo wir doch am einten oder anderen Hindernis schöner als erwartet gearbeitet haben, während die Zweitplatzierte mit 57 Punkten und einer Differenz von 16 Punkten weit hinter uns klassiert war.

– Ranch Cutting: 6. Platz mit einem Score von 50
Die Kuh wurde für das Ranch Cutting per Los zugeteilt. Ich zog die Rote 7 und erwischte damit wohl eines der schwierigsten Rinder. Als wir dran waren, versuchte ich das Rind von der Herde zu lösen. Dass gelang uns auch. Doch leider war die Kuh so schnell und drückte immer wieder zurück zur Herde, dass wir sie zwei Mal verloren haben. Beim dritten Versuch konnten wir zeigen, dass wir die Kuh auch cutten können. Aufgrund dessen bat ich die Helfer, den Weg ins Paneel frei zu machen. In diesem Moment rannte die Kuh auf der falschen Seite des Pylons vorbei, auch weil der Helfer noch den Weg beim Pylon zu machte und dadurch hinter dem Pylon Raum für die Flucht noch offen war. Ein Helfer wollte mir die Kuh zurück treiben, als auch gleich der Pfiff ertönte, welcher signalisierte, dass die Zeit abgelaufen war. Da wir leider die Kuh nicht ins Panel brachten, gab es nicht mehr viele Punkte.

– Ranch Riding: 4. Platz
Gin lief grundsätzlich gut, wenn auch eher ein Tick zu schnell und nicht ganz bei mir. Dass konnte er auch schon besser. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich die Zügel relativ kurz gehalten habe, damit ich die Übergänge besser reiten kann und ich gemerkt habe, dass kurze Zügel ihn wohl eher etwas “stressen” und er viel lockerer mit langen Zügeln lauft. Wenn wir den Stop besser im Griff haben, könnte ich diese künftig wohl lockerer lassen. Auch hier ein Punkt, wo wir dran arbeiten dürfen.

– Ranch Sorting: 1. Platz
Wir starteten als Erste und bekamen die Kühe Schwarz 1, 2 und 3. Die Kühe mit den schwarzen Nummern waren deutlich einfacher zu arbeiten, als die mit der roten Nummer. So ritt ich positiv eingestellt in die Halle. Wir konnten in einem wirklich ruhigen Tempo eine Kuh nach der anderen der Reihenfolge aus der Herde holen und hinter die Abschrankung bringen. Die Kühe arbeiteten gut mit und machten uns die Arbeit einfach. Es war ein ruhiger und entspannter Ritt, ohne gross Hektik in die Herde zu bringen. Er brachte uns den ersten Platz.

Rinderarbeit kann je nach Wahl der Rinder einfacher oder schwieriger sein. Manchmal hat man etwas mehr Glück, mal etwas weniger. So wie wir heute mehr Glück hatten, hatten wir es gestern weniger. Grundsätzlich muss man aber auch bei den einfachen Rinder gute Arbeit machen, denn wer mit zu viel Druck arbeitet oder das Rind falsch aussortiert indem er die Herde falsch anreitet, kann auch gegen sich arbeiten. Somit darf auch die Arbeit mit einfachen Rindern nicht unterschätz werden.

– Ranch Reining: 2. Platz
Beim Reining konnte Gin seine gute Körperhaltung und sein Potenzial für den schnellen Galopp zeigen. Auch die Spins und die einfachen Galoppwechsel zeigte er soweit ganz gut. Bei den Galoppwechseln dürfen wir langsam übergehen, die fliegend zu machen. Gin hat noch grosse Mühe fliegend zu wechseln. Meist wechselt er nur vorne, hinten kommt er irgendwie nicht mit und landet dann im Kreuzgalopp. Erst letzte Woche haben wir aber ganz spontan einen fliegenden Wechsel über eine Stange gemacht. Auf dem werden wir nun aufbauen. Auch die Spins dürfen noch ein bisschen schneller werden. Und vor allem am Stop müssen wir noch deutlich arbeiten. Die Sind noch nicht ganz so sauber. Dennoch hat er alles in Allem schön gearbeitet.

Mit diesen Resultaten durften wir am Ende des Turnieres dann als Gesamtsieger der Ranch Hand Klasse nach Hause gehen und Gin zeigt damit, dass er sich schon ein richtiges Ranch Horse, zwar noch in den Anfängen, nennen darf.

Follow us on Instagram
Loading...
Zitate
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.