Erster Turniertstart – Pfingstmontag ’14

Heute war es nach langem hin und her mit dem Sattel nun soweit. Gin und ich sind an unserer erste richtigen Show gestartet. Am Appaloosa Pfingstturnier 2014 im Aarauer Schachen. Gemeldet haben wir uns für die Disziplinen Open In-Hand Trail, Greenhorse Trail, Greenhorse Pleasure und Greenhorse Reining, wobei ich bei der Anfahrt schon unsicher war, ob wir die beiden Disziplinen vom Nachmittag überhaupt antreten sollen. Sven, welcher uns mit Julia den ganzen Tag begleitete, versuchte uns das ganze Programm zu verkaufen, ich war noch etwas skeptisch, da wir vor allem uns mit Pleasure zu wenig auseinander gesetzt haben und das Reining irgendwie noch etwas zu früh ist. Am Schluss gab es dann einen Kompromiss.

Wir sind früh morgens gestartet. Da vor dem Open In-Hand Trail noch diverse andere Disziplinen dran waren, sind wir erst etwas später eingetrudelt. Gerade richtig. Vielleicht hätten es auch noch ein paar Minuten früher sein dürfen, weil wir haben es nach der Anmeldung und dem bereit machen nicht mehr geschafft haben, den Parcours abzulaufen. Naja egal. Ich bekomme den Parcours auch so in meinen Kopf und so bewandert mit dem Thema sind wir noch nicht, dass wie die Abstände genau abmessen müssen. Zumal wir wohl kaum eine grosse Konkurrenz zu den routinierten Teilnehmer sind. Und so starteten wir mit der Nr. 9 als elfte Starterni von gesamthaft 19 Teilnehmern. Im Schritt ging es über die Brücke, welche im Anschluss zwei sehr eng gelegte Stangen folge, die eine war noch erhöht. Keine einfache Sache. Gin lieft problemlos über die Brücke, schlug aber dann bei den Stangen leider an. Das gab den ersten Penalty von 1.5 Punkten. Bei Westernreiten startet man mit gesamthaft 70 Punkte und somit sanken wir bei der ersten Aufgabe schon auf 68.5 runter. Dann kamen ein paar Trabstangen. Irgendwie kamen wir über diese drüber, aber Gin hüpfte etwas unschön und kam wohl wo an. So bekamen wir auch hier einen Penalty von 1 Punkt. Im Schritt kamen wir dann in die Box. Gin lief diese sehr schnell und ich kam kaum mit. Verlangsamen wollte er irgendwie auch nicht und so schwups stand schon ein Bein ausserhalb der Box. Er hat zwar schnell reagiert und das Bein wieder rein genommen, aber da hatten wir den Penalty von 3 Punken bereits einkassiert. Dann ging es seitwärtstretend über die Stange. Diese haben wir sehr schön hin bekommen und für die schöne Ausführung 1 Pluspunkte erhalten. Bei der nächsten Aufgabe mussten wir rückwärts um drei Pylonen rum. Gin hörte gar nicht zu, wich mit der Hinterhand nach links aus und blockierte irgendwie. Er wusste nicht mehr, was er machen sollte, aber dann fingen wir uns wieder und konnten die Aufgabe dennoch abschliessen. Leider erhielten wir dafür gesamthaft 9 Penalty-Punkte und noch einen Abzug von 1.5 Punkten für die unschöne Ausführung. So, nun waren wir eingelaufen und absolvierten den Rest des Parcours souveräner. Für die Trabstangen und für das abschliessende Seil-Tor erhielten wir sogar einen Zuschlag von je 0.5. Mit den total erzielten 57 Score-Punkten landeten wir weit hinten auf dem 16 Platz. Dennoch war ich ganz stolz auf Gin. Er war mehr oder weniger aufmerksam, trotzdem ruhig und für unseren aller ersten Start ganz okay. Wo wir noch üben müssen wissen wir nun auch. 🙂

Gleich als nächste Disziplin kam der Trail dran. Im Programmheft war die Reihenfolge nicht ersichtlich und so meinte ich, dass die Greenhorse unmittelbar direkt dran kommen. Und so bin ich sofort nach der Siegerehrung davon gesprungen, um Gin zu satteln. Sven war dann genau zu dem Zeitpunkt, als wir in die Halle kamen, kurz austreten, so dass ich schon wieder den Parcours nicht ablaufen konnte. Hier wäre es wohl zu meiner Sicherheit sehr nützlich gewesen. Zuerst kamen aber dann doch erst die ganzen Leistungsklassen 4 dran, wo so viele starteten, dass ich Gin zwischenzeitlich absatteln ging und ihm eine Pause mit Heu und Wasser gönnte. Schliesslich wanderten nun die Temperauren langsam den 34°C entgegen. So, dann waren wir endlich wieder dran. Als vierte von fünf Teilnehmern bei den Greenhorses. Wir fingen soweit ganz gut an. Für die Trabstangen erhielten wir 0.5 Punkte Abzug. Wohl, weil Gin etwas rascher wurde und wir den Zirkel zum Tor nicht optimal ritten. Das Tor erledigten wir sehr suverän. Kein Bonus, aber auch kein Abzug. Für die kurze Galoppstrecke erhielten wir auch einen kleinen Abzug von 0.5 Punkte. Wieso genau, kann ich nicht sagen. Vielleicht, weil wir einen kleinen Schlenker drin hatten oder er etwas in den Galopp gehüpft ist. Auch der darauffolgende Jog gab nochmals einen halben Punkt Abzug. Die nächsten Aufgaben (Box, Schrittarbeit über Stangen, Rückwärtsrichten durch Pilonen) absolvierten wir auch hier gut souverän. Keine Plus, aber auch keine Minuspunkte. Bis jetzt ist unser Score immer noch bei guten 67.5 Punkten. Jetzt kommen zwei relativ einfach Trabstangen in einer kleinen Volte. Ich reite diese an und in sekundenschnelle läuft in meinem Kopf ein Kino ab. Muss ich jetzt die Stange rechts aussen mitnehmen oder nicht. Ja? Nein? Da waren Spuren am Boden. Sprich nein, lass sie aus. Aber vielleicht waren die Spuren ja gar nicht von dieser Aufgaben. Nimm die Stange mit! Oder doch nicht? Und dann waren wir praktisch schon dran vorbei, so dass ich diese Stange mitnahm.  Aber so was von doof. Das bedeutete der falsche Weg und wir wurden dafür disqualifiziert. Die letzte Aufgaben waren wir ebenfalls neutral unterwegs. Wenn ich diese Stange korrekt geritten wäre, hätten wir einen Score von immer noch 67.5 Punkte und wären somit auf dem ersten Platz gelandet. Vor der nun Erstqualifizierten mit 66.5 Punkten. Aber so ist das Leben. Alles ist für was gut und jetzt weiss ich, dass der Parcours ablaufen doch für was gut ist. Das habe ich bisher noch nicht so ganz in meinem Hinterkopf gespeichert gehabt. 🙂

Dann war Mittagszeit angesagt. Wir gingen an die Aare und Sven führte Gin kurz ins Wasser. Dort konnte er richtig trinken und sich etwas die Beine abkühlen. Richtig toll fand er es aber immer noch nicht. Da es nun langsam unerträglich heiss wurde, haben wir Gin im Wäldchen angebunden, ihm sein Heusack hingestellt und sind was zu essen holen gegangen. Anschliessend haben wir uns auf die Wiese gesetzt, wir unsere Hamburger gegessen und Gin am saftigen Grüngras rumgezupft.

Um ca. 15 Uhr startete unsere letzte Disziplin. Das Greenhorse Pleasure. Eigentlich habe ich mich damit bisher überhaupt nicht gross auseinander gesetzt, weil es zum zuschauen nicht wirklich interessant ist. Aber um Gin die Erfahrung einer vollen Arena zu geben, hab ich da auch mal ein Kreuzchen gemacht. Wir waren vier Reiter. Etwas naiv als Neuling der Disziplin ritt ich als erstes rein, da ich die anderen Reiterinnen nirgends gesehen habe. Ich dachte, die brauchen  noch ein Weilchen, bis diese alle in der Bahn sind und war irgendwo in Gedanken versunken. Als ich plötzlich bemerkte, dass der Speaker seinen Tonfall erhöht hatte und etwas fordernder wurde. Upps. Ja, bin wieder da. “Jog your horses, please.” Wievielmal er das schon durch den Lautsprecher. Keine Ahnung. Jedenfalls trabte ich Gin an. Wir waren etwas schnell unterwegs für einen Jog. Pleasure soll ja zeigen, wie angenehm unsere Pferdchen zu reiten sind. Es soll ein Vergnügen sein. Und umso langsamer diese laufen, umso weniger ruckelig ist das ganze. Also, versuchte ich Gin zu verlangsamen. Das klappte zwischenzeitlich ganz gut. Wir joggten, gingen dann wieder Schritt. Wieder plärrte der Lautsprecher. Man konnte das Gesprochene nur schwer verstehen. Die Reiterin vor mir wusste nicht was machen und schaute nach hinten. Ich habe irgendwie dann wohl das Jog mit Lope verwechselt und galoppierte Gin an. War wohl auch die Hitze, die meine grauen Hirnzellen etwas beeinträchtigten. Jedenfalls dachte ich, wir sind jetzt wieder draussen. Wir wechselten die Seite und zeigten dann auch noch auf der linken Seite den Walk (Schritt), Jog (Trab), Lope (Galopp) und das  Back (Rückwärtsrichten). Dann ging es auf das Aufreihen. Ich sah mich schon gar nicht aufgeführt. Aber als sie mit der viertklassierten begannen, realisierte ich, dass wir wohl doch noch im Rennen sind. Und landeten wir immerhin auf dem zweiten Platz und bekamen unsere erste Schleife.

Da Gin nun wirklich sehr schön gelaufen ist, wir einen guten Tag bei ausserordentlich warmen Temperaturen hatten, fand ich, dass das genug für Gin ist. Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Und so haben wir verlanden und sind gemütlich nach Hause getuckert.

Bilder von Sven Bosshard. 🙂 Danke viel mol.

Appaloosa Pfingstturnier SWRA-D Aarau Pfingstmontag 9. Juni 2014 – Pattern und Score

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Zitate
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.