Kappzaum-Longenkurs mit Babette Teschen

Im Zusammenhang mit der Ausbildung von Pferden tritt immer wieder das Thema Longieren auf. Für viele Trainer  ist der Aufbau an der Longe ein wesentlicher Bestandteil der Jungpferdeausbildung, Ich bin der festen Überzeugung, dass Longieren für junge Pferde aufgrund der noch weichen Knochen ungesund ist und habe dies aufgrund dessen mit Gin bisher nie gross praktiziert.

Doch  wenn es schon immer wieder ein Thema ist, möchte ich es, sollte es so weit kommen, auch von Anfang an korrekt aufbauen können. Da ich zu wenig Erfahrung im Longieren habe, versuchte ich mich zu diesem Thema schlau zu machen. Auf Facebook bin ich eher per Zufall auf eine Gruppe gestossen, die das Thema abhandelte. Darin wurde der Kurs von Babette Tescheb immer wieder sehr gelobt, so dass ich anfing, mich darüber  vermehrt zu informieren. Wie es der Zufall wollte, bot Babette einen Kurs auf der FarmersPlace in Kleindöttingen an, wo ich mich als Zuschauer anmeldete.

Am Wochenende war es soweit. Ich trudelte ein und hörte gespannt den Ausführen von Babette zu. Sie erklärte uns, wie sie den Pferden das Longieren in korrekter Stellung beibringt, damit diese aufgerichtet und entspannt laufen können und so die Biomechanik korrekt funktionieren kann. Dadurch, dass sich die Pferde besser tragen und in der Balance laufen lernen, können Schaden am Skelett verhindert werden.

Um 11 Uhr nahm der Kurs eine überraschende Wendung. Da jemand nicht angereist war, wurde ich  angefragt, ob ich gerne einspringen möchte. Spontan kam ein Ja und so machte ich mich sofort auf den Weg um Gin zu holen. Zuerst ging es in einem zügigen Tempo nach Mägenwil – Auto wechseln – und dann weiter nach Buttwil. Rasch den Anhänger dran gemacht, Putzzeug, Leinen, Zaum und etwas Futter eingepackt und dann den dreckigen Gin verladen. Ich, leicht schwitzend, machte mich dann wieder mit dem ganzen Gespann auf den Rückweg nach Kleindöttingen. Nachdem wir bei einem kurzen Boxen-Stop in Mellingen noch  Sven und Julchen aufgeladen haben, sind wir dann wieder rechtzeitig zur Fortsetzung des Kurses um 14 Uhr beim FarmersPlace angekommen.

Die Leute waren noch nicht in der Halle und so band ich Gin kurz am Hänger an und habe ihn etwas geputzt, damit wir wenigsten einigermassen einen rechten Eindruck machten. Daraufhin konnte Gin seine Wochenendbox mit Auslauf beziehen. Dieser grenzte an der Strin direkt an einen Offenstall an. Gin und die paar Pferdchen auf dern anderen Seite begrüssten sich freudig.

In einer Pause zwischen den Arbeiten bemerkte Gin, dass dort auch eine rössige Stute darunter war. Und obwohl er seit ein paar Wochen kastriert ist, markierte er den Hengst, wie ich es bei Ihm nie gesehen habe, auch als er noch Hengst war. Anna versuchte ihn bewaffnet mit dem Parrelli-Stick ihn in die Box zu treiben und dann die Türe zuzumachen. Drinnen verhielt er sich dann wie ein beklopptes Huhn. Er ging rückwärts bis an die Boxenwand, dann wieder nach vorne zum Fenster, rumgewieher, dann schmeisst der den ganzen Körper an die Boxenwand und schiebt sich nach hinten und vorne, geht wieder zum Fenster und hebt dazu sein linkes Bein an. Und dies immer wieder von vorne. Wir haben in dann kurz im Round Pen springen lassen und dann bei Anna angefragt, ob ich ihn in eine Innenbox stellen darf, wo er sich dann schnell auch beruhigte.

Nach ein paar Minuten nach unserern Ankunft, kamen wir zum ersten Mal dran. Gin war irgendwie noch etwas nervös und spielte den Clown. Ich durfte Babette’s Kappzaum benützen, da meiner zu eng war. Die erste Übung war Führen in Stellung. So musste Gin erst lernen, meine Hand am Kappzaum zu akzeptieren. Das sollte dann auch die erste Herausforderung werden. Gin fand meine Hand am Kappzaum gar nicht lustig und schüttelte ständig den Kopf. Somit versuchten wir dies mit Annäherung und Rückzug immer einfacher für ihn zu machen. Dazu immer näher dran.

Die Pilonen, welche im Kreis standen, wollte er auch eine nach der anderen umschmeissen. Die Runde darauf stand er halbwegs wieder auf diese drauf, bis diese dann fast wieder standen. 😉 Die Versuche, meine Hand an den Kappzaum anzunähern, waren immer nur kurz. Zwischendurch gab es Longierübungen im Schritt und Trab. Es waren Übungen wie jeweils einen kleinen Kreis in jedem Ecken oder Slalom (aussen an der Pilone, innen an der Pilone und wieder aussen an der Pilone vorbei).

In der nächsten Runde akzeptierte Gin meine Hand am Kappzaum schon viel besser. Ich konnte ihn schon ein paar Schritte in Stellung führen. und sogar ein paar Schritte seitwärts treten lassen und das lediglich mit der Hand am Zaum. Er hat immer besser mitgemacht und wir haben durch den Kurs einen guten Einblick in die Longenarbeit bekommen. Wir werden versuchen dran zu bleiben!

 

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Zitate
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.